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DFG Projekte

Eythra, Lkr. Leipziger Land: eine linien- und stichbandkeramische Siedlung und ihre Schlüsselfunktion zum Verständnis der frühneolithischen Entwicklung in Mitteldeutschland.

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Die DFG-Projektgruppe 2013 (v.l.): Dr. Maria Cladders, Isabel Hohle M.A., Thomas Tischendorf M.A., Denise Girardelli M.A., Dr. Christiane Frirdich und Dr. Harald Stäuble.
(© Landesamt für Archäologie)

Bei Ausgrabungen im Vorfeld des Braunkohlenabbaus im Tagebau Zwenkau wurde zwischen 1993 und 2000 im Bereich der Ortschaft Eythra, Lkr. Leipzig, der Ausschnitt einer Besiedlungsfläche der Linien- und Stichbandkeramik (etwa 5300 - 4500 v. Chr.) auf einem Areal von ca. 30 ha aufgedeckt.

Damit ist Eythra einer der bislang größten zusammenhängend gegrabenen Siedlungsplätze des Frühneolithikums in Mitteleuropa. Der Fundplatz liegt ca. 15 km südlich von Leipzig am westlichen Ufer der Weißen Elster und weist Siedlungsspuren von der älteren LBK bis jüngeren SBK auf. Auf der gegenüberliegenden Seite am östlichen Elster-Ufer wurden zusätzlich Reste eines kleinen Fundplatzes der Ältesten LBK (Zwenkau-Nord) entdeckt.              
Ausnahmebefunde in Eythra, wie gemeinschaftlich erbaute und genutzte Grabenwerke und Brunnen erlauben es, der Frage nach dem Beginn dörflicher Strukturen nachzugehen. Anhand der langen Besiedlungsdauer kann vor allem die Entwicklung der Hausarchitektur sowie des Keramik- und Steingeräteinventars im Detail nachgezeichnet werden. Chronologische und chorologische Studien sollen die Rekonstruktion der sozio-ökonomischen Gliederung der Siedlung(en) erlauben und damit die Überprüfung bestehender Modelle zur bandkeramischen Siedlungsstruktur mit ortsfesten Hofgemeinschaften (»Hofplatzmodell«) an neuen Daten aus einer bisher wenig erforschten Region ermöglichen.  

Die zeitgleiche Bearbeitung weiterer bandkeramischer Siedlungsausschnitte in Sachsen schafft die Grundlage für die Festigung bzw. Prüfung von Chronologievorstellungen und die Untersuchung regionaler Siedlungsstrukturen.


Bild: Ausschnitt des Fundplatzes mit Hausgrundrissen und einer vorläufigen groben Datierung der Gruben.

Ausschnitt des Fundplatzes mit Hausgrundrissen und einer vorläufigen groben Datierung der Gruben. 
(© Landesamt für Archäologie)

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Projekt »Eythra« Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

© Landesamt für Archäologie