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Archäologisches Archiv Sachsen (AAS)

Mit seinen ca. 19 Millionen Einzelobjekten führt das AAS mit Abstand die lange Reihe archäologischer Sammlungen im Freistaat Sachsen an. In seinen Wurzeln bis in die kurfürstlich-königliche Antikensammlung des 18. Jahrhunderts zurückreichend, erfuhr es ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts durch intensive Sammeltätigkeit und die aufkeimende archäologische Denkmalpflege stete Erweiterung. Glücklicherweise gehört noch heute die archäologische Sammlung des in Großenhain wirkenden königlichen Beamten Karl Benjamin Preusker (1786–1871), die zu einer der bedeutendsten ihrer Zeit in Deutschland zählte, zu seinem Kernbestand. Die prosperierende Entwicklung fand mit dem Zweiten Weltkrieg ein vorübergehendes Ende, blieb doch auch die damals noch im Dresdner Zwinger untergebrachte Sammlung von der Zerstörung Dresdens am 13. Februar 1945 nicht verschont. In dem über Dresden hereinbrechenden Bombenhagel und Feuersturm erlitt sie zahlreiche Totalverluste und Beschädigungen.
Nach einer seit 1954 währenden Interimslösung im Japanischen Palais zu Dresden bot sich in der zweiten Hälfte der 1990er-Jahre die Chance, die inzwischen überaus umfangreichen Bestände sach- und fachgerecht auf dem Gelände der 1936 eröffneten ersten Luftkriegsschule der Luftwaffe des Dritten Reiches in Dresden-Klotzsche, die bis 1945 der Ausbildung des Offiziersnachwuchses diente, unterzubringen.
Bild: Das Archäologische Archiv Sachsen: Außenansicht

Das Archäologische Archiv Sachsen: Außenansicht 
(© Landesamt für Archäologie)

Für den umfangreichen Fundbestand bot sich aus logistischen Erwägungen heraus die frühere Turnhalle der Luftkriegsschule an, die 1997 zu einem modernen, voll klimatisierten Depotgebäude umgebaut und bereits 2002 mit einem Erweiterungsbau versehen wurde. Um die vorhandene Lagerfläche von knapp 1.300 m² optimal zu nutzen, ist das AAS mit einer 5,50 m hohen, elektrisch betriebenen Kompaktregalanlage ausgestattet, die in vier Regalblöcken eine Gesamtlagerfläche von ca. 9.200 m² für etwa 42.000 Normkartons der Größe 60 x 30 x 30 cm und 756 Europaletten bietet. Die 73 Doppel-Fahrregale in beiden Hallen können einzeln per Knopfdruck oder Fernbedienung bewegt werden, für die Einlagerung bzw. die Entnahme des Fundgutes kommt ein elektrisch betriebenes Kommissioniergerät zum Einsatz. Die Verwaltung des ständig wachsenden Sammlungsbestandes erfolgt über ein modernes Barcode-System, das jede Verpackungseinheit auf einen festen Standort verbucht.

Bild: Das AAS von innen

Das AAS von innen 
(© Landesamt für Archäologie)

Bild: Fundverwaltung mittels Barcode-System

Fundverwaltung mittels Barcode-System 
(© Landesamt für Archäologie)

Bild: Fundaufbewahrung

Fundaufbewahrung 
(© Landesamt für Archäologie)

Aufbewahrt werden im Hauptgebäude des Zentraldepots Artefakte aus Keramik, Silex, Stein und Glas. Seit dem Bezug des unmittelbar benachbarten Dienstgebäudes des Landesamtes für Archäologie im Jahr 2000 stehen zudem speziell klimatisierte Sonderdepots für Metalle und organische Materialien zur Verfügung.

Bild: Sonderdepot für Metalle

Sonderdepot für Metalle 
(© Landesamt für Archäologie)

Zahlreiche eigene Ausstellungen, ein reger Leihverkehr, Projekte für die Aufarbeitung von Funden sowie zahlreiche Anfragen sowohl von Fachleuten als auch von interessierten Laien sorgen dafür, dass die Fundkartons "keinen Staub ansetzen". Durch die kontinuierliche Arbeit an den Beständen ist es möglich, auch komplizierte Anfragen innerhalb kurzer Zeit zu beantworten. Dies ist umso wichtiger, als das Archäologische Archiv Sachsen auf der Grundlage des »Gesetzes zum Schutz und zur Pflege der Kulturdenkmale im Freistaat Sachsen« (Sächsisches Denkmalschutzgesetz) vom 3. März 1993 und des darin verankerten »Schatzregals« alleiniger Aufbewahrungsort aller seitdem im Freistaat Sachsen geborgenen Funde ist. Der jährliche Objektzuwachs beträgt, je nach Anzahl der vom Landesamt für Archäologie durchgeführten Grabungen, derzeit etwa 250.000 bis 300.000 Objekte.

Bild: Funderfassung

Funderfassung 
(© Landesamt für Archäologie)

Neben den Fundbeständen des Landesamtes für Archäologie lassen sich im Freistaat Sachsen noch mehr als 170 weitere Sammlungen nachweisen, deren Inventare auch archäologische Funde enthalten. Von ihnen sind erst die wenigsten systematisch bearbeitet. Das Landesamt für Archäologie erfasst seit 1996 auf dem Wege der Amtshilfe und im Rahmen verfügbarer Kapazitäten die in Museen, Schulen und in privater Hand befindlichen archäologischen Bestände, inventarisiert sie, verknüpft sie mit dem hauseigenen Dokumentations- und Informationssystem Archäologie (DIA) und dokumentiert sie zeichnerisch. Bislang sind die Bestände der Museen in Kamenz, Görlitz, Grimma und Wurzen sowie des Naturkundemuseums Leipzig erfasst. Ziel ist, den Museen ein qualifiziertes Inventar an die Hand zu geben, die Bestände vor Ort zu sichern und zugleich eine wissenschaftliche Nutzung der Archaeologica zu gewährleisten.

Dipl.-Prähist. Uwe Reuter

Referatsleiter Archäologisches Archiv Sachsen

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