Mehr Informationen zum Preusker-Jahr


Impressionen aus der Ausstellung


© GTK Photography


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Die Ausstellung »Blicke in die Vorzeit - Preusker-Jahr 2011«

1841/44 erschien Preuskers altertumskundliches Hauptwerk »Blicke in die vaterländische Vorzeit«. Die Bilanz seiner altertumskundlichen Forschungen war als populäre Darstellung konzipiert. Sie sollte den »gebildeten Lesern aller Stände« geistreiche Unterhaltung und nützliche Belehrung bieten. Die Ausstellung des Landesmuseums für Vorgeschichte greift dieses Programm auf, wenn im Preusker-Jahr 2011 erneut die Spurensuche nach der Person und ihren Leistungen aufgenommen wird.

Die Einbindung der Biographie in den historischen Rahmen zeigt dem Besucher, dass Preuskers Lebenszeit durch fundamentale Umbrüche geprägt war. Die Herrschaft Napoleons brachte nicht nur verheerende Kriege, sondern auch Bürgerrechte und moderne Staatsverfassungen nach Deutschland. Alte Zöpfe wurden wortwörtlich abgeschnitten. Die revolutionären Unruhen des Vormärz oder die beginnende Industrialisierung bezeichnen weitere einschneidende Entwicklungen, deren Auswirkungen Preusker in seinem Amt wie im Privatleben sehr bewusst wahrnahm.

Die Altertumskunde bildet einen Schwerpunkt der Ausstellung. Sie war Preuskers »Lieblingswissenschaft« und in 1820er Jahren sein erstes großes Betätigungsfeld, sozusagen sein Start-up als Wissenschaftler und Publizist. 150 Jahre nach der Erstaufstellung wird seine berühmte Sammlung vaterländischer Altertümer in das Japanische Palais zurückkehren. Die 900 Objekte versetzen den Besucher in die Pionierphase der modernen Archäologie, die Preusker als Sammler, Ausgräber und Forscher wesentlich geprägt hat.

Welche Ideen bewegten Preusker? Die Frage führt zum Leitthema »Bildung«. Kindheit und Schulzeit lieferten die Schlüsselerfahrungen für sein lebenslanges Streben nach besseren Lebenschancen für alle Schichten. Preusker setzte sich für neuartige Bildungseinrichtungen ein: öffentliche Bibliotheken und Museen, Sonntagsschule und Gewerbeverein. Seine Ziele finden sich in Schlagworten der aktuellen Bildungsdebatte wieder (»Wissengesellschaft«, »lebenslanges Lernen« oder »kulturelle Bildung«).

Woher bezog Preusker seine vielfältigen Kenntnisse und Informationen? Briefe waren das wichtigste Mittel, um mit Freunden und wissenschaftlichen Partnern in ganz Deutschland zu kommunizieren. Als erfolgreicher »Netzwerker« verfasste Preusker oft mehrere Briefe am Tag. Sein Briefwechsel zeigt, welche Themen ihn in den einzelnen Lebensabschnitten besonders bewegten und wie weit sein Kontaktnetz reichte. Die Schreiben von Persönlichkeiten wie Goethe, Alexander v. Humboldt, Wilhelm Grimm oder König Johann helfen dem Ausstellungsbesucher, Preusker in der geistigen Welt des 19. Jahrhunderts zu verorten.

Die Ausstellung möchte den Blick nicht nur in die Vergangenheit, sondern auch auf die Gegenwart richten. Ein konkretes Projekt ist das »Brieflabor«. Soziale Netzwerke pflegte schon Preusker. Völlig verändert haben sich jedoch die Mittel. Durch die digitale Kommunikation (SMS, Internet-Blog) ist die uralte Kulturtechnik des handgeschriebenen Briefes weitgehend verloren gegangen. Im Brieflabor soll eine Annäherung an das überholte (?) Medium stattfinden: Die Wiederentdeckung des persönlichen Briefes.

Blicke in die Vorzeit
23.9.2011 bis 18.3.2012
Landesmuseum für Vorgeschichte
Japanisches Palais, Palaisplatz 11, 01097 Dresden

Zur Ausstellung erscheint ein gemeinsamer Begleitband.


Offizieller Sponsor der Sonderausstellung »Blicke in die Vorzeit - Zum Preusker-Jahr 2011«

Ostsächsische Sparkasse Dresden






Mit freundlicher Unterstützung durch:

PostModern




Societaetstheater Dresden