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Archiv 2019

01.02.2019 - Grabungen an der Chemnitzer Bahnhofstraße auf der Zielgraden

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Grabungsleiterin S. Schöne (2.v.l.) erläutert den Vertretern der Medien die Befunde der Ausgrabung »C-36«.
(© Landesamt für Archäologie)

Medien wurden heute auf der Grabungsfläche über die Resultate informiert.

Auf dem etwa 5700 qm großen Areal zwischen dem Staatlichen Museum für Archäologie Chemnitz - smac - und dem Johannisplatz finden seit August letzten Jahres archäologische Ausgrabungen durch das Landesamt für Archäologie Sachsen statt.
Die Untersuchungen wurden notwendig, weil die ehemalige Parkfläche bebaut werden soll. eins energie in sachsen wird hier ein Bürogebäude und Fay Projects GmbH einen Hotelneubau errichten. Ursprünglich lag der untersuchte Bereich außerhalb der mittelalterlichen Stadt, deren Zentrum sich an Markt und Jakobikirche befand.

Nachdem der Asphalt entfernt wurde, stieß das Grabungsteam zunächst auf die Kellerfundamente der Häuser des 19. Jahrhunderts. Darunter befanden sich die unmittelbar an das ehemalige Kaufhaus Schocken angrenzenden Grundmauern der Mädchenschu-le, die im Jahr 2006 abgerissen wurde. Zwischen den steinernen Kellerfundamenten wurden aber immer wieder ältere Besiedlungsspuren sichtbar. Die ältesten Funde und Befunde können in das  13./14. Jahrhundert datiert werden. Aus Gruben, die vermutlich als Abfallgruben genutzt wurden, stammen zahlreiche Keramikreste, die diese zeitliche Einordnung ermöglichen. Ebenfalls in das späte Mittelalter datiert eine Siedlungsschicht, in welche später mehrere hölzerne Staken getrieben wurden. Aus dem 15. Jahrhundert stammen fünf sehr gut erhaltene Latrinen und Abfallgruben, die viele Funde aus dem Haushaltsbereich enthielten. Für einen verfüllten Brunnen sowie Reste von Öfen noch unbekannter Funktion, stehen die eindeutigen Datierungen noch aus. Spannend ist die besonders hohe Anzahl von Keramikabfallgruben aus dem 17./18. Jahrhundert sowie Relikte von mindestens zwei Töpferöfen. Diese Funde sind ein deutlicher Hinweis darauf, dass an dieser Stelle, abseits der engen innerstädtischen Bebauung, das feuergefährliche Töpferhandwerk ansässig war. 

Das voraussichtliche Ende der Ausgrabungen ist Anfang März 2019. Nach Abschluss der Grabungen werden ausgewählte Funde in einer kleinen Sonderausstellung im Foyer des smac präsentiert werden.

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© Landesamt für Archäologie