Kleinplastik Maria mit dem Jesuskind, Keramik, 14./15. Jahrhundert, Zwickau. Bild: S + M Rümmler / www.ruemmlerfotografie.de

Fund des Monats Dezember 2007

Das neugebor'ne Kindelein

Die nur 9,0 cm hohe Keramikplastik aus dem 14./15. Jahrhundert stellt Maria mit dem Jesuskind dar. Sie wurde während der Grabungen in Zwickau, Schwanengasse, dem heutigen Standort des Kaufhauses C&A, geborgen.

3 Spielwürfel, Knochen, 15./16. bzw. 17./18. Jahrhundert, Chemnitz, Innere Klosterstraße. Bild: S + M Rümmler / www.ruemmlerfotografie.de

Fund des Monats November 2007

Allerlay kurtzweil

"Der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Wortes Mensch ist,
und er ist nur da Mensch, wo er spielt."
(Friedrich Schiller, 1795)

Auch der mittelalterliche Mensch frönte mannigfaltigem Spiel. Seine Freizeit war nicht so knapp wie allgemein angenommen. Arbeitsfrei waren außer den Sonntagen noch ca. 50 kirchliche Feiertage. Wenn Jahrmärkte abgehalten oder Familienfeste gefeiert wurden - wegen des meist reichen Kindersegens ja recht häufig -, dann ruhte die Arbeit ebenfalls. Nicht zu vergessen das Pilgerwesen, eine Massenerscheinung. Zog es den reuigen Sünder in die Ferne, nach Aachen, Rom oder Santiago de Compostela in Spanien, dauerte es oft Wochen und Monate, bis er wieder in den Arbeitsalltag zurückkehrte.



Dreibeingefäß, Pfanne, Ton, 17. Jahrhundert, Chemnitz, Rathausstraße. Bild: S + M Rümmler / www.ruemmlerfotografie.de

Fund des Monats Oktober 2007

Küchenhilfe auf drei Beinen

Schätzungsweise 90 Prozent aller archäologischen Funde bestehen aus Keramikscherben. Sie stammen vornehmlich vom Koch- und Vorratsgeschirr der letzten Jahrhunderte und Jahrtausende. Diese Scherben und weitere Funde belegen, dass sich das Aussehen des Herdes und des gedeckten Tisches im Laufe der Zeit immer wieder verändert hat.

Gedrechselte Holzschale und Holzlöffel, Zwickau. Bild: S + M Rümmler / www.ruemmlerfotografie.de

Fund des Monats September 2007

Mittelalterliche Tafelfreuden

Was auf den Tisch kam, hing vom Geldbeutel ab. Gedrechselte Gefäße überwogen bis in die frühe Neuzeit, wenngleich der Anteil keramischer Formen zunahm. Selten stand Zinngeschirr auf der Tafel. Es wird erst ab dem 16. Jahrhundert etwas häufiger. Die im 13./14. Jahrhundert aufkommenden Waldglashütten des Erzgebirges produzierten vornehmlich Trinkgefäße für den gehobenen Bedarf. Besteck hatten die Speisenden selbst mitzubringen.

Kopf einer Tabakspfeife, Zwickau. Bild: S + M Rümmler / www.ruemmlerfotografie.de

Fund des Monats August 2007

Qualmende Köpfe

Der Pfeifenkopf, an dem noch gut der Ansatz des verlorenen Stils mit Rauchloch zu erkennen ist, wurde nie benutzt. Bei dem sehr leichten, porösen Werkstoff wird es sich um Meerschaum (Sepiolith) handeln, der zur damaligen Zeit vor allem aus der Türkei (Abbau nahe Ankara) geliefert wurde. Auf die Türkei weist auch die beeindruckende Ausformung des Pfeifenkopfes als Kopf eines Orientalen hin.

Dudelsackpfeifer, Zwickau, Klosterstraße. Bild: S + M Rümmler / www.ruemmlerfotografie.de

Fund des Monats Juli 2007

Flöten- und Schalmeienklang

Musik und Tanz waren im Mittelalter sehr beliebt. Bei ausgelassener Fröhlichkeit vergaß man leicht die Mühsale des Alltags und ließ beschwingt die Seele jauchzen.

Bild: S + M Rümmler / www.ruemmlerfotografie.de

Fund des Monats Juni 2007

Knochenarbeit

Kämme wurden aus Horn oder Knochen hergestellt. Schmale Kämme mit langen Zinken, die wohl als Steckkämme dienten (wie der abgebildete Kamm), wurden aus Rinderbeinknochen gearbeitet. Für größere Kämme verwendete man auch Horn.

Bild: S + M Rümmler / www.ruemmlerfotografie.de

Fund des Monats Mai 2007

Bärtige Männer aus Sachsen

In Waldenburg fertigt man Steinzeug seit dem 14. Jahrhundert und auch heute noch ist die Stadt der wichtigste Töpferort des Freistaates. Der abgebildete, stark  fragmentierte Bartmannskrug wurde in der Innenstadt von Zwickau während der Grabung am Kornmarkt gefunden. Solche "Bartmänner", also Krüge, die vor allem im Halsbereich plastisch ausgeformte bärtige Gesichter aufweisen, sind typisch für das Steinzeug aus sächsischer Produktion.

Bild: S + M Rümmler / www.ruemmlerfotografie.de

Fund des Monats April 2007

Glasbläser im Erzgebirge

Unser Monatsbild präsentiert einen emailbemalten Brautpokal des 16. Jahrhunderts, der 1986 aus der Verfüllung eines Brunnens in der Pfarrgasse 34 in Freiberg geborgen wurde. Er war ein Geschenk an die Verlobte oder Braut, wie die Aufschrift zwischen Dame und Kavalier liebevoll bekundet: »Jungfrau lasset Euch Schencken undt thut darbey in besten mein gedenken; drumb wolt ihr mich han, So lacht mich an«. Die Jahreszahl »91« ist als »1591« zu lesen.

Kleinplastik Pferd mit Reiter, Keramik, 14./15. Jahrhundert, Bild: S + M Rümmler / www.ruemmlerfotografie.de

Fund des Monats März 2007

Kinderspiel

Wäre Johann Wolfgang v. Goethe jener berühmte Dichter und Denker geworden, wenn er sich nicht schon als Knabe kleine Geschichten ausgedacht und diese mit Handpuppen im Familienkreis aufgeführt hätte?

Grubenlampe, Ton, 14.-15. Jahrhundert, Bild: S + M Rümmler / www.ruemmlerfotografie.de

Fund des Monats Februar 2007

Glück auf !

Die einfachen Grubenlampen des spätmittelalterlichen Bergbaus bestehen aus flachen, leicht ovalen Keramikschalen mit kurzer, steiler Wandung.

Brakteaten von Lichtenau - Bild: S + M Rümmler / www.ruemmlerfotografie.de

Fund des Monats Januar 2007

Der Schatzfund von Lichtenau

Der Brakteatenschatz von Lichtenau gehört zu den großen Schatzfunden Sachsens. Mit ihm verbindet sich eine kuriose Fundgeschichte.

Zwei Hölzerne Trippen auf einer historischen Darstellung

Fund des Monats Oktober 2006

Stiefeltrinken?

Ein ungewöhnliches Gefäßfragment entdeckten die Archäologen bei Ausgrabungen im Stadtkern von Zwickau:
In einer Abfallgrube, die nach Aussage des übrigen Fundmaterials wohl im 16. Jahrhundert verfüllt wurde, befand sich die verkleinerte, keramische Nachbildung eines Schnabelschuhs auf einem hölzernen Unterschuh, einer so genannten Trippe.

Kaulwitzer Fibel vor der Restaurierung

Fund des Monats August 2006

Typenberatung: Eine Fibel vom Kaulwitzer Typ aus Sornzig, Lkr. Torgau-Oschatz

Damit die Archäologen den Überblick über das umfangreiche Fundmaterial behalten, ist es unumgänglich die Hinterlassenschaften zu gliedern und zu typologisieren.
Anhand von typologischen Gliederungen sind dann teilweise auch chronologische, also zeitliche Entwicklungen ablesbar. Eine besondere Aussagekraft besitzen Funde, die schnell wechselnden Modeströmungen  unterworfen waren.

Unglasierter Tonkopf, Leipzig, Leuschner Platz

Fund des Monats Juli 2006

Wer ist MF?

Auf dem Wilhelm - Leuschner - Platz in Leipzig wurden in beeindruckender Fülle und Qualität die Hinterlassenschaften einer oder mehrerer Töpfereien gefunden.

Farbige Umzeichnung der Leipziger Schnalle mit Ergänzungen

Fund des Monats Mai 2006

Abgeschnallt - Ein exklusiver Schnallenbeschlag aus Leipzig

Ein ganz besonderes Fundstück fand sich bei Ausgrabungen auf der Baustelle von Karstadt in der Leipziger Innenstadt. In einer unscheinbaren Grube entdeckten die Ausgräber die Reste eines rechteckigen Beschlages einer Gürtelschnalle. Der Schnallenbügel und der Dorn fehlten.

Ein vorgeschichtliches Sauggefäß?

Fund des Monats März 2006

Ein prähistorisches Nuckelfläschchen?

In den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts wurde in der Kiesgrube von Kötitz (Lkr. Meißen) ein 300 Gräber umfassendes Gräberfeld der Lausitzer Kultur (2.Hälfte des 2. Jahrtausends v.Chr.) ausgegraben.

Bratspieß auf Blöcken, Darstellung um 1340

Fund des Monats Februar 2006

Wie man den Spieß umdrehte - Zwei Bratspießhalter vom Dresdner Frauenkirchhof

Das Areal um die Frauenkirche wurde vor Beginn des Wiederaufbaus ausführlich archäologisch untersucht. In der ersten Kampagne zwischen 1994 und 1995 fanden die Archäologen zwei massive Böcke aus Ton.

Jungfrau und Einhorn auf einem Wandteppich des 16. Jahrhunderts

Fund des Monats Januar 2006

Fabelhaftes Einhorn

Das Einhorn erhitzte die Einbildungskraft ganzer Epochen. Dargestellt wird es zumeist als ein wildes, kraftvolles Tier in Pferde-, Antilopen oder Bocksgestalt. Seine Haupteigentümlichkeit ist ein spitzes, gewundenes Horn mitten auf der Stirn, dessen Form vom Nashorn oder dem Narwalzahn inspiriert ist.

Ein Brief mit pikantem Inhalt

Fund des Monats November 2005

Ein geheimnisvolles Döschen

Immer wieder kommt es vor, dass uns Privatleute archäologische Objekte überlassen und unserem Museum zur Verfügung stellen. Im Zusammenhang mit unserer aktuellen Ausstellung erreichte uns ein sehr nettes Schreiben einer älteren Dame, die uns aus ihrem Privatbesitz ein geheimnisvolles Döschen' übereignete.

Drechsler an der Wippendrehbank - Mendelsche Zwölfbrüderstiftung, Nürnberg, um 1400

Fund des Monats Oktober 2005

Sächsischer Serpentin

Zwischen 1993 und 1994 fanden an der Kleinen und Großen Brüdergasse in unmittelbarer Nachbarschaft zum Taschenbergpalais Ausgrabungen statt.
In einer Abfallgrube aus der Mitte des 18. Jahrhunderts entdeckten die Archäologen ein hohes Gefäß aus Serpentinstein mit eingezogener Fuß- und Randzone. An einer Seite der glatten Wandung hat sich noch der Rest eines hohlen, röhrenförmigen Knaufes erhalten.

Strickliesel-Fragment

Fund des Monats Juni 2005

Ein kaiserzeitliches "Strickliesel" aus Serbitz?

Bei archäologischen Untersuchungen in Serbitz  (Kr. Delitzsch) stießen die Ausgräber kürzlich auf einen kleinen Gegenstand, dessen Funktion fraglich ist: Es handelt sich um ein kleines, hockerförmiges Tonobjekt mit vier Füßchen und einem kleinen, zentralen, runden Loch. Eines der insgesamt vier Füßchen ist abgebrochen.

Frisierszene auf einer römischen Wandmalerei

Fund der Monate Juli/August 2005

Kaiserzeitliche Haarnadeln aus Serbitz und Zwenkau

Bei Ausgrabungen in der Kiesgrube von Serbitz (Ldkr. Delitzsch) und im Tagebaugebiet bei Zwenkau (Ldkr. Leipziger Land) fanden die Archäologen die Überreste von Siedlungen aus der römischen Kaiserzeit (0-ca.400 n.Chr.).