
Die sächsische Sagenwelt steht der ihrer Nachbarn an Fantasiereichtum in nichts nach. Auch hier treiben Irrlichter, Geister und Spukritter ihr Unwesen, liegen verborgene Schätze von Drachen bewacht an verwunschenen Orten. Weiße Frauen, schwarze Mönche, Kobolde, Zwerge, Wassernixen und bösartige Berggeister bereichern die Palette. Und auch der Leibhaftige selber tritt auf. Doch die Geister führen nicht nur Böses im Schilde: Der sagenhafte Moosmann bereitet den Vogtländern in Zeiten der Not Geschenke aus Blättern und Tannenzapfen, die sich bei guter Aufbewahrung in pures Gold verwandeln.
In Sachsen begannen ebenfalls im 19. Jahrhundert Widar Ziehnert, Georg Theodor Gräße und Karl Haupt Sagen zu sammeln. Im Jahr 1903 erschien mit dem "Sagenbuch des Königreiches Sachsen" von Alfred Meiche das erste nach Motiven geordnete wissenschaftliche Übersichtswerk.
Aber grau ist alle Theorie, denn - wer weiß - vielleicht steckt manchmal ein Fünkchen Wahrheit in den uralten Geschichten ...
Unsere Ausstellung schildert die Vielfalt, Hintergründe und Bedeutung von Märchen. Wir zeigen, wo die Märchenerzähler ihre Motive fanden und was sich davon in archäologischen Funden bis heute erhalten hat.
Das Begleitbuch zur Ausstellung
»Hat Schneewittchen ausgedient? Plädoyer für eine neue Kultur des Vorlesens«
Wolfgang Wettengel
Missionsdruckerei Mariannhill, Reimlingen 2007.
157 Seiten mit vielen farbigen Abbildungen.
€ 14,70
können Sie direkt bei uns bestellen oder in der Ausstellung erwerben:
info@lfa.sachsen.de, Tel.: 0351 - 8926 605