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Kleine Tabak- und Pfeifengeschichte
Tabak war schon seit vielen Jahrhunderten in Amerika bekannt, bis er am Ende des 15. Jahrhunderts durch die Entdeckung Amerikas über den Seeweg nach Europa gelangte. Am portugiesischen und spanischen Hof wird Tabak zuerst als Zierpflanze genutzt. Mitte des 16. Jahrhunderts wird er in Frankreich durch Jean Nicot (daher Nikotin) allgemein bekannt, der an eine starke heilende Wirkung glaubt. Aus diesem Grund wird der Tabak in Form von Pulver zunächst auch nur in Apotheken angeboten. Erst kurz vor 1600 wird er schließlich als Schnupf- und Kautabak und vor allem als Rauchtabak verwendet. Damit verbunden nimmt auch die Produktion von Pfeifen aus Ton deutlich zu. Mitte des 17. Jahrhunderts gibt es schon zahlreiche Anbaugebiete in Europa und die Rauchlust greift um sich, zumal der Preis des Tabaks immer geringer wird. Die im Laufe dieser Zeit zunehmende Größe der Pfeifenköpfe geht auf den sinkenden Tabakpreis zurück.
In Sachsen bezeugen zahlreiche Reste von Pfeifen aus gebranntem Ton den Gebrauch von Tabak. Sie werden bei archäologischen Grabungen in Stadtkernen immer wieder aufgefunden. Als Produktionsort dieser Pfeifen erlangte das sächsische Grimma besondere Bedeutung. Aber auch in Waldenburg wurden Pfeifen hergestellt, wo es nördlich der Stadt Vorkommen von Tonen gibt, die zum Herstellen dieser Pfeifen besonders gut geeignet waren.