
Frauengrab aus Svetec, langobardisch, Mitte 6. Jahrhundert.
© Nationalmuseum Prag

Keltische Goldmünze von Hrusovka, 3. - 2. Jahrhundert v. Chr. © Regionalmuseum Teplitz

Provinzialrömische Gürtelgarnitur, um 200 n. Chr., Zauschwitz (Leipziger Land) © Landesamt für Archäologie
cesky: Archeologická výloha - Keltové a Germáni na Labi
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Für die Zeitgenossen war das Europa nördlich der Alpen in der Zeit von 500 v. Ch. bis 500 n. Ch. eine fremde Welt. Da seine Einwohner keine Schrift kannten, verdanken auch wir unser Wissen über diese "terra incognita" zu meist den Autoren der Antike. Einige von ihnen haben uns ausführliche Schilderungen hinterlassen, die jedoch nicht mit moderner Geschichtsschreibung verwechselt werden dürfen. Die Historiographen der Antike präsentierten ihren Lesern vielmehr eine Welt, die das Gegenteil ihrer eigenen war: Sie beschrieben unendliche Wälder und Sümpfe in denen die Menschen fern der antiken Zivilisation leben würden. Gleichermaßen galten die Bewohner der unwirtlichen Landstriche als Barbaren, d.h. die, die in unverständlichen Sprachen redeten. Dazu zählten ohne Zweifel auch die Menschen, die damals am Ufer der Elbe lebten.
Heute stehen uns nicht nur die Werke der antiken Autoren zur Verfügung, sondern auch ein breites Spektrum an archäologischen Funden und Befunden, die es uns ermöglichen, ein differenzierteres Urteil zu bilden und die Lektüre der Klassiker zu ergänzen.
Die Frage: "Wie haben die Menschen an der Elbe in diesen 1000 Jahren gelebt?" steht im Zentrum der Ausstellung. Kleidung und Schmuck, Waffen, Bestattungsgewohnheiten und das Alltagsleben der Menschen an der Elbe in der Zeit von 500 v. Chr. bis 500 n. Chr. bilden die Themenkreise. Einzigartige Funde dieser Epoche aus Tschechien werden hier erstmals überhaupt in Deutschland gezeigt. Darunter Stücke aus der keltischen Siedlung von Radovesice sowie den Gräberfeldern von Svetec und Dobrichov-Pichora aus den ersten nachchristlichen Jahrhunderten. Einer der Höhepunkte unter den 300 Ausstellungsstücken ist die keltische Goldmünze von Hrusovka, eine großzügige Leihgabe des Regionalmuseums Teplitz. Sachsen ist u.a. mit Funden aus den kaiserzeitlichen Gräbern von Zwochau und Liebersee und dem römischen Münzschatz von Schwepnitz vertreten.
All diese Funde ergänzen nicht nur die Informationen der antiken Autoren sondern zeigen einmal mehr, dass Geschichte vor den heutigen politischen Grenzen nicht Halt macht. Sie erlauben uns, andere, alltäglichere Perspektiven des Lebens unserer Vorfahren kennen zu lernen. Sie führen nicht nur ihr handwerkliches Können vor Augen sondern auch ihre künstlerischen Ambitionen und ihren Sinn für die Schönheit.
Die Ausstellung richtet sich vor allem an Kinder und Jugendliche. Das begleitende pädagogische Programm für Schulen bildet somit einen wesentlichen Teil der Ausstellung.
· Der Eintritt ist frei.
· Pädagogisches Programm ab 30,00 EURO
· Buchungen unter 0049-(0)351-8926 603 oder 0049-(0)351-8144 771
· info@lfa.sachsen.de (deutsch)
· Filip.Blaha@lfa.sachsen.de (tschechisch)
Ausstellungstexte deutsch zum Download (PDF)
Texte und museumspädagogische Angebote in deutscher und tschechischer Sprache.
Partner:

Národní muzeum Praha / Nationalmuseum Prag
Moravské zemské muzeum Brno/ Mährisches Landesmuseum Brünn
Regionální muzeum v Teplicích / Regionalmuseum Teplitz