Tag des offenen Denkmals 2026
Sonntag, 13. September 2026
Am Sonntag, den 13. September 2026 organisiert die Deutsche Stiftung Denkmalschutz den bundesweiten »Tag des offenen Denkmals« und das Landesamt für Archäologie Sachsen beteiligt sich mit mehreren Veranstaltungen.
Wo nicht anders vermerkt, ist der Eintritt in unsere Ausgrabungen und sonstigen Angebote frei. Bitte tragen Sie beim Ihrem Besuch archäologischer Grabungen festes Schuhwerk und wetterfeste Kleidung. Wir müssen darauf hinweisen, dass Führungen über Ausgrabungsflächen nicht barrierefrei sind. Folgen Sie bitte den Anweisungen unserer Kolleginnen und Kollegen vor Ort. Betreten Sie zu Ihrer eigenen Sicherheit niemals abgesperrte Grabungsbereiche.
Wir freuen uns auf Ihren Besuch!
Salbitz Gem. Naundorf, Lkr. Nordsachsen: Archäologie entlang der B169
Treffpunkt: An der K8948 zwischen Salbitz und Gastewitz. Von Salbitz kommend kurz hinter dem Ortsausgang auf der linken Seite im Bereich der Baustelleneinrichtung Sammel- und Infopunkt. Von dort geht es in Begleitung zu Fuß ca. 400m zu den archäologischen Ausgrabungsflächen.
Sonntag, 13.09.2026 von 10 bis 15 Uhr. Vor Ort geben die beiden wissenschaftlichen Grabungsleiter, Dr. des. Matthias Conrad und Marko Häckel M.A. Auskunft zu den aktuellen Untersuchungen.
Im Rahmen der Voruntersuchungen wurden entlang der neuen Trasse der B169 zwischen Riesa und Salbitz 17 neue Bodendenkmäler festgestellt. Zwei davon werden zur Zeit nördlich und südlich des Salbitzer Baches ausgegraben und dokumentiert. Erste Hinweise lassen auf eine Siedlung der Slawenzeit (um 1000 v. Chr.) sowie eisenzeitliche Siedlungsspuren (um 600 v. Chr.) schließen.
Quesitz/ Markranstädt: Archäologie entlang der Fernwärmeleitung
Treffpunkt: Ortsausgang Quesitz, Döhlener Straße 2, 04420 Markranstädt OT Quesitz
Sonntag, 13.09.2026, 11:00 - 15:00 Uhr, Führungen mit den Grabungsleitern Stefan Tessenow und Frank Schell (LfA).
Witterungsbedingte Änderungen sind vorbehalten. Bitte Hinweise vor Ort beachten.
Seit August 2024 laufen die archäologischen Untersuchungen entlang des rund fünf Kilometer langen sächsischen Abschnitts der Trasse der Fernwärmeleitung von Leuna nach Kulkwitz. Die Arbeiten haben bereits zahlreiche archäologische Fundstellen aus unterschiedlichen Epochen ans Licht gebracht und eröffnen damit neue Einblicke in die lokale Geschichte. Neben zahlreichen Siedlungsgruben verschiedener Zeitstellungen konnten auch unterschiedliche lineare Strukturen sowie verschiedene Grabanlagen dokumentiert werden. Das Fundspektrum ist entsprechend vielfältig: Neben Keramik-, Stein- und Metallartefakten wurde eine große Menge an Knochenmaterial geborgen. Dabei handelt es sich überwiegend um Tierknochen, vereinzelt wurden jedoch auch menschliche Skelettreste festgestellt. Die archäologischen Befunde und Funde zeichnen ein vielschichtiges Bild der Besiedlungsgeschichte der Kleinregion westlich von Markranstädt. Sie machen sichtbar, wie unterschiedlich die Menschen diese Landschaft über Jahrtausende hinweg nutzten und prägten.
Leipzig Kleinzschocher: Führung auf dem Gelände des ehemaligen Zwangsarbeiterlagers »Mangold«
Treffpunkt: Diezmannstraße 12, 04207 Leipzig Kleinzschocher
Sonntag, 13.09.2026, 14:00 Uhr
Führung mit Dr. Michael Strobel, Referatsleiter LfA und Mitglied der Arbeitsgruppe »Stätten der NS-Zwangsarbeit in Sachsen«
Auf dem lange Zeit brach liegenden Gelände, das bebaut werden soll, befand sich ein unter der NS-Herrschaft im Oktober 1942 in Betrieb genommenes Lager für zivile Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter aus ganz Europa und der Sowjetunion. Sie wurden zur Arbeit für die ehemalige Landmaschinenfabrik der Rud. Sack KG gezwungen, die in den 1930erJahren zunehmend auf Rüstungsindustrie umstellte und kriegsrelevante Produkte herstellte. Von April bis Mai 2026 führte das LfA hier archäologische Untersuchungen durch.
Leipzig Matthäikirchhof
Matthäikirchhof 1 - Innenhof, Zugang über Kleine Fleischergasse
04109 Leipzig
Sonntag, 13.09.2026, 10:00 - 16:00 Uhr, Führungen mit Mirco Oehlert (LfA), der die archäologischen Untersuchungen unter dem Matthäikirchhof wissenschaftlich bearbeitet
Unter dem Areal befinden sich u.a. Reste der »urbs Lipzi«, einer Burg mit Siedlung, die für das Jahr 1015 in der Chronik des Merseburger Bischofs Thietmar erstmals erwähnt wird. Sie gilt als die Keimzelle Leipzigs. Im 13. Jh. wurde hier das Franziskanerkloster gegründet, dessen Kirche dem Kirchhof seinen Namen gab. Ausgrabungen der 1950er Jahre und kleinere Sondierungen in neuerer Zeit erbrachten archäologische Befunde unterschiedlicher Epochen, die z.T. auch heute noch unmittelbar unter der Geländeoberfläche erhalten sind. Mirco Oehlert vom Landesamt für Archäologie Sachsen erläutert die bisher vorliegenden Erkenntnisse zu diesem für die Leipziger Geschichte bedeutsamen Ort.
Leipzig Liebertwolkwitz: Vortrag über die Funde der Völkerschlacht im Südraum Leipzig
Museumsscheune
Alte Tauchaer Straße 1
704288 Leipzig (OT Liebertwolkwitz)
Sonntag, 13.09.2026, 11:00 Uhr
Im Südraum von Leipzig spielten sich Mitte Oktober 1813 verlustreiche Kämpfe ab, die über den Ausgang der Leipziger Völkerschlacht maßgeblich entscheiden sollten und deren Spuren bis heute im Boden erhalten sind. Der Vortrag von Linda Seifert M.A. (LfA) gibt einen Überblick über die Ergebnisse der archäologischen Ausgrabungen und beleuchtet zugleich die besonderen methodischen Herausforderungen, die dieses bedeutende Flächendenkmal an die archäologische Denkmalpflege stellt.
Leipzig Möckern: Führungen über die Ausgrabung einer 7000 Jahre alten Siedlung
Gegenüber Hans-Beimler-Str. 3 auf der großen Freifläche, 04159 Leipzig.
Sonntag 13.09.2026, 10:00 - 14:00 Uhr
Fachleute des Landesamts für Archäologie Sachsen erklären vor Ort Befunde und Funde der Ausgrabung.
In Leipzig Möckern untersucht das Landesamt für Archäologie Sachsen ganz aktuell eine Fläche mit Spuren einer jungsteinzeitlichen Siedlung. Vor rund 7000 Jahren wurden die zuvor umherziehenden Jäger und Sammler sesshaft, bauten Wohn-/Stallhäuser und betrieben Ackerbau- und Viehzucht. Im Boden findet man Pfostengruben der Häuser, aus denen Grundrisse rekonstruiert werden können. Der wissenschaftliche Grabungsleiter Thomas Lukas M.A. (LfA) präsentiert erste Funde und Ergebnisse der Grabung.
Tagebauvorfeld Nochten: Ausgrabungen des ehemaligen Torhauses von Mühlrose
Wegbeschreibung: Von Rohne in Richtung Neustadt (Neustädter Straße) fahren. Hinter Mulkwitz über die Brücke fahren und danach vor den Bahngleisen links abbiegen in die Betriebsstraße (Leag). An der Schranke PKW abstellen. Von dort geht es mit einem Shuttle zur archäologischen Ausgrabungsstätte.
Sonntag, 13.09.2026, 10:00 - 15:00 Uhr, stündliche Führungen mit dem Grabungsteam
Das Torhaus von Mühlrose befand sich am Hauptweg des Jagdreviers der Standesherrschaft Muskau und wird seit März diesen Jahres archäologisch untersucht. Der Tiergarten der Standesherrschaft Muskau war vom ausgehenden 18. bis ins 20. Jh. ein großes Jagdrevier südlich von Weißwasser. Zu einem Torhaus gehörten als Grundausstattung ein Wohnhaus mit zwei Zimmern, Küche und Keller sowie ein Backhaus, ein Stall, ein Brunnen und eine Scheune. Vor Ort werden Funde und Grabungsergebnisse präsentiert.
Die im Tagebauvorfeld liegende Grabungsfläche ist ansonsten nicht öffentlich zugänglich.