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Spuren des Zweiten Weltkrieges in der Archäologie

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(© Landesamt für Archäologie Sachsen)

Am Dresdner Neumarkt befand sich bis 1945 eine Eisenwarenhandlung. Die im Lager aufbewahrten Schraubenschlüssel verschmolzen durch den Feuersturm nach der Bombardierung im Februar 1945 zu einem einzigen großen Klumpen.

Klumpen verschmolzener Schraubenschlüssel
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(© Landesamt für Archäologie Sachsen)

In den Kellern der ehemaligen „Antons Markthalle“ an der Dresdner Wallstraße fanden sich auch Luftschutzräume mit Belüftungstechnik. Ein Schild aus Emaille beschreibt den Betrieb der Anlage.

Emailschild mit Bedienungsvorschriften einer Belüftungsanlage im Luftschutzkeller
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(© Landesamt für Archäologie Sachsen)

Die freigelegten Renaissancekeller am Dresdner Neumarkt wurden im Zweiten Weltkrieg auch als Luftschutzräume genutzt. Die Gasschleuse sollte im Falle eines Gasalarms vor Giftgas schützen.

Renaissancekeller mit Beschriftung "2.Gasschleuse"
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(© Landesamt für Archäologie Sachsen)

Unter dem ehemaligen Parkplatz am Dresdner Ferdinandplatz befand sich eine Druckerei. Durch die Hitze des Feuersturms nach dem Bombenangriff im Februar 1945 schmolzen die bleiernen Druckplatten gänzlich und bildeten einen festenBelag auf dem ehemaligen Kellerboden.

Kellerboden einer Dresdner Druckerei mit zerschmolzenen Bleiplatten
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(© Landesamt für Archäologie Sachsen)

In einem verschütteten Keller unter dem ehemaligen Parkplatz am Ferdinandplatz in Dresden fand sich das gastronomische Inventar eines Herrenclubs. Die gelagerten Weinflaschen waren teilweise ineinander verschmolzen, während das Meißner Porzellan nur wenig beschädigt war.

Kriegszerstörtes gastronomisches Inventar eines Herrenclubs
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(© Landesamt für Archäologie Sachsen)

Im Kriegsschutt der Dresdner Webergasse fand sich ein durch die Hitze des Feuersturmes, der nach der Bombardierung der Stadt im Februar 1945 einsetzte, deformierter Spielzeugpanzer. Darauf sitzend die Spielzeugfigur eines Wehrmachtsoldates.

Zerschmolzener Spielzeugpanzer mit Figur eines Wehmachtsoldaten
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(© Landesamt für Archäologie Sachsen)

In der Gerberstrasse in der Leipziger Innenstadt fand man bei Ausgrabungen eine in einem Keller versteckte Damenhandtasche mit Geldbeutel, Brieftasche, Puderdose, Kamm, Brillenetui und Bleistift. Wer auch immer sie dort verborgen hat, hatte nach der Bombardierung der Stadt keine Gelegenheit mehr, sie wieder an sich zu nehmen.

Inhalt einer versteckten Handtasche
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(© Landesamt für Archäologie Sachsen)

In einem kriegszerstörten Keller in der Dresdner Seestraße fand sich ein zusammengestürztes Regal mit eingekochten Vorräten in Einmachgläsern.

Einmachgläser im Kriegsschutt

Immer wieder stoßen wir bei Ausgrabungen in den sächsischen Innenstädten auf die Schuttschichten des Zweiten Weltkrieges, die wir untersuchen und dokumentieren. Dabei wird die unfassbare Brutalität der Zerstörung  mit jedem einzelnen Fund und Befund deutlich. 

 

Auf diesen Seiten informieren wir Sie über die Aktivitäten des Landesamtes für Archäologie Sachsen. Neben seinen behördlichen Funktionen bei Dokumentation, Präsentation und Schutz archäologischer Denkmale nimmt das Landesamt als anerkannte außeruniversitäre Forschungseinrichtung ein breites Spektrum an Projekten und Kooperationen im Fachgebiet und darüber hinaus wahr. Wissenschaftler des In- und Auslandes haben für ihre Arbeiten Zugriff auf das umfangreiche Archäologische Archiv Sachsen mit ca. 25 Millionen registrierten Fundobjekten. Die Präsenz-Bibliothek unseres Hauses steht Fachleuten wie Laien offen.

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