100 Jahre Torhausgeschichte
Seit März dieses Jahres wird im Tagebauvorfeld Nochten durch Mitarbeiter des Landesamtes für Archäologie Sachsen das Torhaus Mühlrose ausgegraben.
Die sogenannte Torhäuser - wie auch das bereits ausgegrabene Torhaus Rohne - befanden sich an den Hauptwegen zum Tiergarten der Standesherrschaft Muskau. Der Tiergarten war vom ausgehenden 18. bis ins 20. Jh. ein großes Jagdrevier südlich von Weißwasser. Unter Curt Reinicke I. von Callenberg (1607-1672) befand sich im Zentrum des Tiergartens eine Jagdhütte, die später durch ein Jagdschloss ersetzt wurde. Dies war die Keimzelle für den Jagdpark des Fürsten Pückler (1885-1871). Die acht Torhäuser, die in der Mitte des 19. Jh. gebaut wurden, dienten der Zugangskontrolle in den Tiergarten und wurden von Waldarbeiterfamilien bewohnt.
Zu einem Torhaus gehörten als Grundausstattung ein Wohnhaus mit zwei Zimmern, Küche und Keller sowie ein Backhaus, ein Stall, ein Brunnen und eine Scheune. Zur Selbstversorgung wurden ein Acker und eine Wiese zur Verfügung gestellt. Im Laufe der Zeit veränderte sich der Gebäudebestand durch Um- und Neubauten. Für das Mühroser Torhaus konnte bisher zusätzlich ein Eiskeller nachgewiesen werden.
Am Tag des offenen Denkmals am Sonntag den 13. September werden die Grabungsergebnisse dem interessierten Publikum vorgestellt. Nähere Informationen folgen.
(Text: Josephus Janssen)