18.12.2013

Archäologische Begleitung des Erweiterungsneubaus der 380-kV-Leitung Bärwalde-Schmölln abgeschlossen

Kleine Feuerstelle in der Nähe der slawischen Sumpfschanze von Brohna. Im Hintergrund alte Übertragungsleitungen. 
© Landesamt für Archäologie

Auswirkungen der Energiewende auf die Archäologie

Seit Frühjahr 2013 wurde der Erweiterungsneubau der 380kV-Leitung zwischen der Schaltanlage Bärwalde bei Boxberg und dem Umspannwerk Schmölln bei Bischofswerda archäologisch begleitet. Nicht zuletzt die Energiewende und der damit einhergehende Leistungsanstieg machten eine Erhöhung der Übertragungskapazitäten auf der 46 km langen Trasse notwendig. Realisiert wurde diese durch einen Ersatzneubau unter leichtem Versatz der Trasse bei laufendem Betrieb der bestehenden Freileitung. Die neu in Anspruch genommenen Flächen für die Errichtung der 106 Maste wurden dabei von Mitarbeitern des Landesamtes für Archäologie zwischen April und November 2013 untersucht. Dank der reibungslosen Zusammenarbeit mit der 50Hertz Transmission GmbH als Netzbetreiberin und allen beteiligten Firmen konnten die Archäologen trotz des kleinen Umfangs der Bodenaufschlüsse und des technisch anspruchsvollen Bauablaufs wichtige Befunde von der Vorgeschichte bis in die Neuzeit dokumentieren und mehrere hundert Fundstücke bergen.
Zu den wesentlichsten Untersuchungserfolgen gehören zweifellos die Ergebnisse der Grabungen aus dem Umfeld des Schamottetontagebaues Wetro, die erstmals Einblicke in eine jungbronzezeitliche Siedlung erlauben, die sich entlang des Guhrarer Wassers vermutlich weiträumig erstreckte, sowie Überreste einer Feuerstelle südöstlich der bekannten Sumpfschanze von Brohna. Die im Zuge des Erweiterungsvorhabens der 380kV-Leitung angetroffenen, vielfältigen archäologischen Spuren werden ähnlich wie kleine Puzzleteile helfen, das Gesamtbild der ur- und frühgeschichtlichen Besiedlung der Lausitz weiter zu erschließen.

Rebecca Wegener M.A., Dr. Joanna Wojnicz

Die archäologischen Untersuchungen fanden unmittelbar am Umspannwerk Schmölln bei Bischofswerda ihren Abschluss.
Die archäologischen Untersuchungen fanden unmittelbar am Umspannwerk Schmölln bei Bischofswerda ihren Abschluss.  © Landesamt für Archäologie

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