Ausgrabungen in Pirna
Das LfA untersucht ein Grundstück in der Dohnaischen Vorstadt
Noch bis Mitte Juli untersucht ein Team vom LfA eine ca. 3000 qm große Fläche am Dohnaischen Platz in Pirna. Hier, zwischen der Breiten Straße und der Robert-Koch-Straße soll ein neuer Hotelkomplex entstehen. Zuvor stand auf der Grabungsfläche das traditionsreiche, aber ruinöse Hotel »Schwarzer Adler«, das abgerissen wurde.
Das Grabungsareal liegt im archäologisch relevanten Bereich der Dohnaischen Vorstadt, einer historischen Vorstadt von Pirna. Unmittelbar vor dem Dohnaischen Tor, dem südlichen Stadttor der Stadtbefestigung, ist eine Ansiedlung bereits für das 14. Jahrhundert schriftlich bezeugt.
Unter der Bodenplatte des abgerissenen Hotels wurden entlang der Breiten Straße Mauerreste aus Natursteinen und flächiges Kieselsteinpflaster freigelegt. Alles deutet darauf hin, dass unter der Kieselsteinpflasterung noch tiefere (Keller-) Einbauten liegen. Bei den Mauerresten handelt es sich wahrscheinlich um die Unter-/ Kellergeschosse von Gebäuden, die darüber in Fachwerkbauweise errichtet worden sind. Die Sandsteine der Mauern sind z.T. rötlich verfärbt, ein Hinweis darauf, dass sie hohen Temperaturen, wie sie bei einem Brandereignis entstehen, ausgesetzt waren. In historischen Quellen ist mehrfach überliefert, dass die Breite Straße durch Feuer zerstört wurde: Im Jahr 1488 ist die Straße komplett abgebrannt und im Dreißigjährigen Krieg ließ der Pirnaer Stadtkommandant die Dohnaische Vorstadt gänzlich abbrennen, um im April 1639 freies Schussfeld auf die anrückenden schwedischen Truppen zu haben.
Hinweise auf eine Kaufmannssiedlung entlang der Breiten Straße, die in der älteren Forschung immer wieder angenommen wird, bestätigten sich nicht.
An Fundmaterial konnten bislang zahlreiche Scherben von Gebrauchskeramik, überwiegend aus dem 15./16. Jahrhundert und Kacheln von Kachelöfen geborgen werden.
Bis zum Abschluss der Grabung konzentrieren sich die Untersuchungen auf den hinteren Teil des Baugrundstückes Richtung Robert-Koch-Straße. Auch hier stecken noch zahlreiche Befunde im Boden, wie z.B. ein durch einen Brand zerstörtes Fachwerkhaus, dessen Schwellbalken sich noch deutlich im Erdreich abzeichnet.