Abschlusskonferenz ArchaeoTin
Deutsch-tschechisches Interreg-Projekt endet mit einer internationalen Tagung in Teplice
Am 9. und 10. Juni 2026 fand in Teplice mit rund 130 Teilnehmenden aus Deutschland, Tschechien, Großbritannien, Polen, Slowenien und weiteren europäischen Ländern die internationale Abschlusskonferenz des deutsch-tschechischen Interreg-Projektes ArchaeoTin statt. Die Projektpartner präsentierten und diskutierten die Ergebnisse aus drei Jahren intensiver Forschung zu den Zinnbergbaulandschaften des Erzgebirges.
Im Mittelpunkt des Projekts stand die Erforschung des Zinnseifenbergbaus im sächsisch-böhmischen Erzgebirge. Bereits vor rund 4.000 Jahren wurde hier während der Bronzezeit Zinn gewonnen – ein Rohstoff von entscheidender Bedeutung für die Herstellung hochwertiger Bronze. Zu den Zielen des Projekts gehörten die fernerkundliche Erfassung und chronotypologische Einordnung von Zinnseifenrelikten, die Untersuchung der Gewinnungs- und Verarbeitungsprozesse sowie der Distribution dieses begehrten Metalls. Darüber hinaus wurden dessen Einfluss auf die kulturelle Entwicklung und die Entstehung der montanen Kulturlandschaft des Erzgebirges sowie die Auswirkungen des Bergbaus auf Umwelt und Klima untersucht.
Unter der Leitung des Landesamtes für Archäologie Sachsen arbeiteten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von 7 Projektpartnern aus Deutschland und Tschechien interdisziplinär zusammen. Zum Einsatz kamen zahlreiche Methoden der Archäologie, Geowissenschaften und Umweltforschung – von LiDAR-Fernerkundung und geophysikalischer Prospektion über archäologische und mikroarchäologische Untersuchungen bis hin zu dendrochronologischen, anthrakologischen, archäometallurgischen, geologischen, geochemischen, pedologischen und paläoökologischen Analysen. Zudem entstand die multimediale Wanderausstellung »ZINN&SEIN. Eine archäologische Spurensuche im Erzgebirge«, die in Ehrenfriedersdorf und Teplice gezeigt wurde.
Mit der Abschlusstagung in Teplice wurde eindrucksvoll sichtbar, welchen Erkenntnisgewinn die grenzübergreifende, interdisziplinäre Zusammenarbeit von Archäologie, Geowissenschaften, Umweltforschung und Denkmalpflege ermöglicht. ArchaeoTin hat wesentliche neue Einblicke in die Geschichte des Zinnbergbaus im Erzgebirge geliefert und zugleich die Grundlage für zukünftige Forschungen zu einem der bedeutendsten Rohstoffe der europäischen Bronzezeit geschaffen.
(Text: S. Fuchs, Ch. Hemker)