01.04.2026, 14:00 Uhr

3000 Jahre alte Hausgrundrisse wie gemalt!

Hausgrundrisse aus der Vogelperspektive
Deutlich zeichnen sich Hausgrundrisse im anstehenden Boden ab. Gräben für die Schwellbalken, umgrenzen das Hausinnere scharf. Überschneidungen zeigen, dass Häuser mehrfach an derselben Stelle errichtet wurden. 

Außergewöhnliche Befunderhaltung von bronzezeitlichen Hausgrundrissen in Wellaune bei Bad Düben

Der Ortsteil Wellaune bei Bad Düben bekommt eine neue Ortsumfahrung. Im Vorfeld dieser Baumaßnahme untersucht das Landesamt für Archäologie Sachsen seit Mai 2025 mehrere bekannte Fundstellen, die ansonsten durch den Straßenbau unwiederbringlich zerstört würden. Auf der jüngst erforschten, ca. 1 ha großen Fläche entdeckten die Ausgräber eine Siedlung aus der Jungbronzezeit (1300 – 1100 v. Chr.) mit einer so guten Befunderhaltung, dass sogar die Fachleute staunten: Wandgräben und Pfostengruben der Wohn-/Stallhäuser setzen sich im anstehenden Boden so scharf ab, als wären sie gemalt. Zahlreiche Überschneidungen belegen, dass am Fundort Häuser zeitversetzt über einen längeren Zeitraum immer wieder errichtet worden sind.  Dieser außergewöhnliche Erhaltungszustand ist in Sachsen einzigartig! Warum die Menschen der Bronzezeit diese »Top-Wohnlage« in hochwasserfreier Nähe zur Mulde aufgegeben haben, wissen wir nicht, aber rund 1400 Jahre später ließen sich in der älteren Römischen Kaiserzeit genau hier wieder Menschen nieder, wie die zahlreichen Befunde von Grubenhäusern belegen.
Nach Ostern nimmt das Ausgrabungsteam die nächste Fundstelle in Angriff. Parallel zu den archäologischen Untersuchungen beginnen auf den vom LfA freigegebenen Flächen die Straßenbauarbeiten.

Gut erkennbarer Hausgrundriss
Die ausgesprochen gute Befunderhaltung der Hausgrundrisse ist in Sachsen einzigartig! 
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