01.04.2026, 13:30 Uhr

Hügelgräber in der Laußnitzer Heide

Das Grabungsgelände aus der Vogelperspektive
Drohnenaufnahme der Grabungsfläche: Im unteren rechten Bilddrittel befinden sich zwei freigelegte Grabhügel mit Kreuzstegen. Die kreuzartigen Stege sind eine grabungstechnische Methode, um die vertikalen Profile des Hügelinneren zu erfassen. 

Reich ausgestattete Grabgruben und der älteste Kupferschmuck Sachsens entdeckt

Das Kieswerk Ottendorf-Okrilla erweitert in der Laußnitzer Heide seine Abbauflächen. Im Gebiet dieser geplanten Erweiterung liegt eine bekannte archäologische Fundstelle, die durch den Kiesabbau zerstört würde. Deswegen hat ein siebenköpfiges Team des Landesamtes für Archäologie Sachsen seit Sommer 2025 die Fläche im Vorfeld untersucht. Entdeckt wurden zehn Grabhügel, die im Zeitraum zwischen 2750 bis 2200 vor Christus angelegt wurden und zur sogenannten Kultur der Schnurkeramik gehören. Außergewöhnlich waren die reichen Beigaben in den zentralen Grabgruben. Neben der regelhaften Beigabe von zwei Tongefäßen fanden sich hochwertig gearbeitete Äxte und Beile, sowie zehn Pfeilspitzen aus Feuerstein. Ein ganz besonderer Fund sorgte für eine große Überraschung: In einem Grab wurden insgesamt 20 Kupferperlen gefunden. Aufgrund ihrer Fundlage müssen sie zum Hals- oder Kopfschmuck gehört haben. Am Ende der Jungsteinzeit sind Metallfunde noch eine absolute Rarität und es handelt sich hier um den ältesten Kupferschmuck in Sachsen!

Kupferperlen während der Freilegung
Neben einer durchlochten Steinaxt befanden sich rund 20 kleine Kupferperlen als Grabeigaben in der zentralen Grabgrube 
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