16.10.2012

Grabungen auf auf dem Grünen Friedhof am Freiberger Dom stehen vor dem Abschluss

Grabungsleiter Matthias Schubert M.A. erläutert Medienvertretern ein mit reichen Beigaben versehenes Kindergrab. 
© Landesamt für Archäologie

Über einhundert Bestattungen wurden auf dem Baufeld der neuen Küsterei unmittelbar neben dem Dom geborgen

Seit dem 1.8.2012  führt das Landesamt für Archäologie Ausgrabungen im Zuge der Errichtung einer Küsterei unmittelbar neben der Südseite des Freiberger Domes durch. Die Untersuchungen liegen im Areal des ehemaligen bis ins 19. Jh. hinein genutzten Grünen Friedhofes.
Hier kamen 120 Bestattungen vor allem aus dem Hochbarock zu Tage, davon etwa die Hälfte Kinder bis ins Säuglingsalter. Die Toten sind zum Teil außerordentlich reich geschmückt zu Grabe getragen worden. Es fanden sich Reste von Totenkronen und Kränzen, zum Teil mit vergoldeten Gewürznelken dekoriert. Die Bestattungen entsprechen den Sitten der Epoche, sind aber in der hier angetroffenen Reichhaltigkeit sicherlich auch dem Bedürfnis einer sozial gehobenen Bevölkerungsschicht geschuldet. Darüber hinaus entdeckten die Archäologen Mauerzüge, die noch aus der Zeit vor dem Bau des heutigen Domes im späten 15. Jh. stammen.
Die Evangelisch Lutherische Domgemeinde wird noch im November auf dem Areal mit dem Bau einer neuen Küsterei beginnen, da der bislang zur Unterstellung von Material genutzte Kreuzgang aufwändig restauriert wird. In das moderne Gebäude sollen nach Möglichkeit Teile der nun freigelegten Grundmauern einbezogen werden.

Dr. Christiane Hemker

Referatsleiterin Südwestsachsen: Landkreise Erzgebirgskreis (Altkreise Annaberg, Aue-Schwarzenberg, Mittlerer Erzgebirgskreis, Stollberg), Mittelsachsen (Altkreis Freiberg), Sächsische Schweiz-Osterzgebirge (Altkreis Weißeritzkreis); Montanarchäologie

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