03.06.2026, 15:45 Uhr

Napoleon in Sachsen

Digitales Geländemodell der Schanze von Göppersdorf
Digitales Geländemodell des ca. 430m hohen "Roten Berg" nördlich von Göppersdorf mit der napoleonischen Schanze.  

Die militärische Schanze von Göppersdorf, Lkr. Bahretal als wichtiges Zeugnis der Befreiungskriege in Sachsen

Die Schlacht bei Dresden am 26. und 27. August 1813 gilt als der letzte bedeutende Sieg Napoleons auf deutschem Boden. Im Sommer und Frühherbst vor der Leipziger Völkerschlacht waren daher das böhmisch-sächsische Grenzgebiet und das Elbtal bei Pirna Schauplatz heftiger Gefechte. Die Kämpfe zwischen alliierten und französischen Verbänden haben in diesem Raum zahlreiche Spuren hinterlassen. Nicht alle sind bislang als archäologische Denkmale erfasst.

Auch bei der exakten Lokalisierung von napoleonischen Schanzen und Befestigungen hat sich das digitale Geländemodell als unverzichtbares Hilfsmittel erwiesen. Auf dem etwa 430 m hohen »Roten Berg« nördlich von Göppersdorf liegt im Wald ein annähernd quadratisches Schanzwerk (26 x 45 m), das zwar bekannt, aber bislang nicht exakt als Kulturdenkmal verzeichnet war. Sowohl im Gelände als auch im Geländemodell geben sich der Wall und vorgelagerte Graben deutlich zu erkennen. Kleine spitze Ausbuchtungen an der Nord- und Ostseite sowie die eingezogene Westseite sind typisch für neuzeitlicher Feldbefestigungen. Warum die Verschanzung im Süden offenblieb, lässt sich derzeit nicht klären; ist sie vielleicht nie fertiggestellt worden?

Momentan deutet vieles darauf hin, dass die Anlage auf dem »Roten Berg« von französischen Verbänden, vermutlich der 44. Division unter General Pierre Berthezène (1775-1847) errichtet wurden. Sie sollten im August 1813 das Gebiet zwischen Müglitz und Bahra und insbesondere die militärisch bedeutende Verbindung nach Böhmen (Alte Dresden-Teplitzer Poststraße) sichern, mussten sich aber am 22. August vor dem russischen Korps Wittgenstein nach Pirna zurückziehen.

Die Göppersdorfer Schanze gehört damit zu einem dichten Netz von Befestigungen und militärischen Lagern in der Region, die inzwischen größtenteils in die Kulturdenkmalliste eingegangen sind. Die archäologische Denkmalpflege profitiert bei der Inventarisierung nicht nur vom ausgezeichneten militär- und regionalgeschichtlichen Forschungsstand, sondern gleichermaßen modernen Fernerkundungsmethoden, die vor 30 Jahren noch nicht zur Verfügung standen.

(Text: Linda Seifert, LfA)

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