Archäologie in Gefahr
Statement des Verbandes der Landesarchäologien zur Lage der staatlichen Bodendenkmalpflege in Deutschland
Bereits im Jahr 1949 wurde unter der damaligen Bezeichnung »Verband der Landesarchäologen in der Bundesrepublik Deutschland e.V.« - der heutige Verband der Landesarchäologien in der Bundesrepublik Deutschland e.V. - gegründet, dem sich 1990 auch die Landesarchäologen der neuen Bundesländer anschlossen.
Ziel des Verbandes ist es insbesondere, den Informationsaustausch der archäologischen Fachbehörden der deutschen Bundesländer untereinander zu ermöglichen sowie eine Plattform für die Diskussion aktueller Fragen und Problemstellungen der archäologischen Denkmalpflege zu bieten.
Vom 03. bis 06. Mai 2026 kam der Verband der Landesarchäologien (kurz VLA) zu seiner turnusmäßigen Jahrestagung in Wörlitz in Sachsen-Anhalt zusammen. Ein dringliches Thema, das auch das Landesamt für Archäologie Sachsen zur Zeit betrifft und beschäftigt, war die prekäre Lage der Bodendenkmalpflege in Deutschland: Lang etablierte und gut funktionierende Strukturen der Bodendenkmalpflege stehen zunehmend unter politischem Druck, der überwiegend mit Sparzwängen und der Notwendigkeit zum Bürokratieabbau begründet wird. Besonders kritisch zu sehen ist auch die Beobachtung, dass die in vielen Bundesländern die bewährte Anbindung von archäologischen Landesmuseen an die Landesarchäologien infrage gestellt wird.
Diese besorgniserregenden Entwicklungen waren Anlass für den Verband, ein öffentliches Statement abzugeben und darin vor der Zerschlagung funktionierender Strukturen zu warnen. Die geplanten Maßnahmen gefährden auch den notwendigen Schutz von Bodendenkmalen und die bislang exzellenten deutschen Forschung.