15.05.2026, 12:30 Uhr

NS-Zwangsarbeiterlager ausgegraben

Drohnenaufnahme der untersuchten Fläche
Drohnenaufnahme der Grabungsfläche. Deutlich erkennt man die Grundrisse der Lagerbaracken sowie die zickzackförmigen Splittergräben, die als Deckungsgräben Schutz bei Luftangriffen bieten sollten. Foto: LfA 

Archäologische Untersuchungen auf dem Gelände des ehemaligen NS-Zwangsarbeiterlagers »Mangold« in Leipzig

Kurz vor ihrem Abschluss stehen die Ausgrabungen in der Diezmannstraße in Leipzig. Auf dem brach liegenden Grundstück soll gebaut werden. Hier befand sich ein unter der NS-Herrschaft im Oktober 1942 in Betrieb genommenes Lager für zivile Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter aus ganz Europa und der Sowjetunion.  Sie wurden zur Arbeit für die ehemalige Landmaschinenfabrik der Rud. Sack KG gezwungen, die in den 1930erJahren zunehmend auf Rüstungsindustrie umstellte und kriegsrelevante Produkte herstellte.
Spuren der jüngeren Zeitgeschichte archäologisch zu untersuchen, bezeichnet man als »Archäologie der Moderne«. Seit mehr als 30 Jahren gehört das zu einer selbstverständlichen Aufgabe der Landesarchäologie.
Die Untersuchungen in der Diezmannstraße bietet nun die Chance, bauliche Abfolgen und Veränderungen zu dokumentieren,  mit überlieferten Quellen abzugleichen und Fragen nach den Lebensumständen der Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter zu erforschen.

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