30.07.2026, 17:00 Uhr

Sancta Colonia bei Freiberg

Vorder-und Rückseite des Kölner Silberdenars
Vorder- und Rückseite des Kölner Silberdenars von Engelbert I Graf von Berg 

Kölner Silberdenar des Erzbischofs Engelbert I. von Berg in Kleinwaltersdorf bei Freiberg gefunden

Bei einer mit Genehmigung des LfA erfolgten ehrenamtlichen Feldbegehung entdeckte Steven Sekora in Kleinwaltersdorf bei Freiberg einen Kölner Silberdenar des Erzbischofs Engelbert I. von Berg. Der Finder übergab das Stück dem LfA, das in den Jahren zwischen 1218 bis 1225 in Köln geprägt wurde. Die schlecht erhaltene Vorderseite zeigt den thronenden Bischof Engelbert mit Mitra, einem Krummstab in der rechten und einem aufgeschlagenen Buch in der linken Hand. Obwohl die Darstellung kaum zu erkennen ist, können wir das Motiv dieses Umlaufgeldes mit Hilfe von besser erhaltenen Stücken deuten. Die gängige Namensabkürzung des Bischof – in der Regel ENGLEB – ist nicht mehr erhalten. Auf der Rückseite ist ein dreitürmiges, mit zwei Kreuzfahnen geschmücktes Gebäude und Reste der Umschrift »Colonia« zu erkennen.
Der Wert der Münze entsprach damals dem reinen Metallwert und man konnte mit einem Denar in etwa ein bis zwei Brote oder einen Krug Bier kaufen.

Die Vita des dargestellten Bischofs liest sich wie ein Krimi: Am 7.11.1225 wurde Engelbert von seinem Neffen zweiten Grades auf der Rückreise von Soest nach Köln bei Gevelsberg grausam erschlagen. Anlass für die Ermordung war ein schwerer Macht- und Besitzkonflikt um die Vogtei des Damenstifts in Essen. Die Tat war so ungeheuerlich, dass Walter von der Vogelweide kurz darauf eine Totenklage in Gedichtform für ihn verfasste. Mitte des 19. Jahrhunderts schrieb Annette von Droste-Hülshoff eine dreiteilige Ballade über die Ermordung des Erzbischofs Engelbert von Köln.

3-D Scan der Vorder- und Rückseite der Münze, mit einer Nachzeichnung der Bischofsdarstellung
3-D Scan der Vorder- und Rückseite. Die Nachzeichnung des Motivs auf der Vorderseite erfolgte anhand von besser erhaltenen Vergleichsprägungen. 
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